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14.03.2017 - Innovative Silicon-3D-Technologie von ACEO im Gewerbepark Lindach
Vom Gewerbepark Lindach in Burghausen aus den Sprung in die neue Technologie des 3-D-Silicondrucks und in eine Vielfalt von Märkten gewagt: ACEO unter dem Dach des Wacker-Konzerns. (Foto: KommExpert)

Vom Gewerbepark Lindach in Burghausen aus den Sprung in die neue Technologie des 3-D-Silicondrucks und in eine Vielfalt von Märkten gewagt: ACEO unter dem Dach des Wacker-Konzerns. (Foto: KommExpert)

Von mittlerweile elf Mitarbeitern im Gewerbepark Lindach werden die ersten einsatztauglichen elastischen Produkte in 3D-Druckern hergestellt, die ersten Produkte wurden bereits in alle Welt verschickt. (Foto: WACKER)

Von mittlerweile elf Mitarbeitern im Gewerbepark Lindach werden die ersten einsatztauglichen elastischen Produkte in 3D-Druckern hergestellt, die ersten Produkte wurden bereits in alle Welt verschickt. (Foto: WACKER)

Moderner 3D-Drucker und seine Komponenten XY-Steuereinheit, Dosiereinheit, Düse, UV Licht,  3D-Formteil und Z-Bauplattform. (Foto: WACKER)

Moderner 3D-Drucker und seine Komponenten XY-Steuereinheit, Dosiereinheit, Düse, UV Licht, 3D-Formteil und Z-Bauplattform. (Foto: WACKER)

Breites Anwendungspotential im medizinischen Bereich, z. B. in Form von komplexen und individuellen Formen für ein mögliches Ohr-Implantat oder (rechts) als dreidimensionales Modell für eine Gefäßverästelung. (Fotos: WACKER)

Breites Anwendungspotential im medizinischen Bereich, z. B. in Form von komplexen und individuellen Formen für ein mögliches Ohr-Implantat oder (rechts) als dreidimensionales Modell für eine Gefäßverästelung. (Fotos: WACKER)

Junges Unternehmen unter dem Dach des WACKER-Konzerns startete vor drei Jahren – Enges Netzwerk mit Universitäten -

Burghausen.
3-D-Druck aus Silicon von einem jungen „StartUp“-Unternehmen mit dem Markennamen ACEO: Diese weltweit bisher einmalige Innovation im Produkt wie in der Hard- und Software, die dafür entwickelt wurden, wurde am Wirtschaftsstandort Burghausen im Gewerbegebiet Lindach entwickelt. Hinter dem Sprung in die neue Technologie und in eine Vielfalt von Märkten steht der WACKER-Konzern.

Die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich begannen vor rund drei Jahren, knapp vor dem Jubiläumsjahr 1914, in dem die WACKER Chemie AG ihren 100. Geburtstag feierte: Damals ging das kleine StartUp mit einem Team von mittlerweile elf Mitarbeitern im Gewerbepark Lindach ans Werk. Hier werden die ersten einsatztauglichen elastischen Produkte in 3D-Druckern hergestellt und die ersten Produkte wurden bereits in alle Welt verschickt. Über einen Web-Shop können Produktionsaufträge via Internet, aus dem Computer des Entwicklers oder Designers bei ACEO in Burghausen hochgeladen und auf den 3D-Drucker geschickt werden.

Meilenstein der additiven Fertigung

Die Entwicklung und Fertigung von Siliconen in großem Stil, synthetischen Polymeren, bei denen Siliciumatome über Sauerstoffatome verknüpft sind, zählt seit langem zu den Kernkompetenzen der WACKER Chemie – und hier wiederum am Standort Burghausen. Silicone sind hitzebeständig, kälteflexibel, transparent und biokompatibel. Außerdem lassen sie sich beliebig einfärben und dämpfen gut. Bis vor kurzem gab es jedoch für Silicone keine ausgereifte, industrietaugliche 3D-Drucktechnologie. Das von den vier WACKER-Forschern Dr. Frank Achenbach, Dr. Bernd Pachaly, Dr. Maximilian Peter und Dr. Ernst Selbertinger entwickelte 3D-Druckverfahren zur Herstellung von Formteilen aus Silicon gilt deshalb als Meilenstein in der additiven Fertigung und wurde mit dem „Alexander Wacker Innovationspreis“ ausgezeichnet.

Die von dem Forscherteam entwickelte ACEO-Technologie nutzt ein so genanntes Drop-on-Demand-Verfahren. Auf einer Unterlage deponiert der Druckerkopf winzige Silicontröpfchen. Schicht für Schicht entsteht auf diese Weise das Werkstück. Das Silicon ist so formuliert, dass die Tröpfchen zusammenfließen, bevor der Vernetzungsprozess aktiviert wird, was mittels ultravioletten Lichts geschieht. Aus den Silicontröpfchen und -schichten entsteht so ein homogenes Werkstück, das in seinen mechanischen Eigenschaften dem Spritzguss entspricht. Unter Einsatz von wasserlöslichen Stützmaterialien, die man sich als Laie ähnlich wie Zucker vorstellen kann, lassen sich auch Bauteile mit komplexen Geometrien erzeugen – beispielsweise mit Überhängen, komplexen Hohlräumen und innenliegenden Gitterstrukturen.

ACEO ganz bewusst im Gewerbepark Lindach angesiedelt
ACEO ist ein Markenname, an dem WACKER alle Rechte besitzt und der sich nun mit der neuen Technologie und Produktfamilie mit Leben füllt. Seinen Sitz hat das junge StartUp nicht auf dem angestammten Werksgelände in Burghausen, sondern im Gewerbepark Lindach in Sichtweite. „Der Standort ist bewusst gewählt“, sagt Mit-Entwickler und Projekt-Manager Dr. Bernd Pachaly. So komme nicht nur der StartUp-Charakter zum Tragen. Man werde auch dem großen Interesse von Besuchern, von Kunden sowie potenziellen Partnern und Kunden besser gerecht als auf dem weitläufigen WACKER-Werksgelände in Burghausen. Dr. Pachaly ist Chemiker, arbeitet seit über 30 Jahren bei WACKER und seit über zehn Jahren im Elastomergeschäft, kennt nicht nur die Werkstoffe und Technologien, sondern auch ihr Potenzial und zukunftsträchtige Märkte. Seit drei Jahren leitet er die Forschung im Bereich Silicone.

Die wichtigsten Abnehmerbranchen für 3D sind derzeit der Automobilbau sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie vor allem im Prototypenbau und bei anspruchsvollen Kleinserien. Anders als bei konventionellen Spritzgussverfahren muss nicht erst eine teure Form hergestellt werden, die sich erst bei Großserien rechnet, im Prototypenbau aber unverhältnismäßig hohe Kosten und Zeitaufwand bedingt, während im 3D-Verfahren die Vorlage unmittelbar in das Produkt umgesetzt wird.

Schnellstes Wachstum bei medizinischen Anwendungen
Am schnellsten wächst die additive Fertigung gegenwärtig bei medizinischen Anwendungen. „Biomodellierung und individualisierte, kundenspezifische Geometrien sind besonders aussichtsreich“, sagt Dr. Pachaly. Dank des neuen Verfahrens können zum Beispiel nicht nur Prothesen körpergerecht auf den künftigen Träger angepasst, sondern auch menschliche Organe nachgebildet werden. Eine konkrete Anwendungsmöglichkeit der neuen Technologie erlaubt zum Beispiel, nach einer Computer-Tomografie eines kranken Herzens, das operiert werden soll, zunächst eine flexible 1:1-Kopie dieses Herzens herzustellen. Das Ärzte-Team erhält so die Möglichkeit einer wirklichkeitsnahen Vorbereitung auf die Operation. Am OP-Tisch drängt die Zeit. Fehlversuche wären hier mitunter tödlich.

Eng mit Hochschulen und Unternehmen der Region vernetzt
Entwicklung und Wachstum des jungen Geschäftsfelds ACEO sind kein isoliertes Unterfangen, sondern eng mit Hochschulen in Bayern und anderen Unternehmen in der Region vernetzt. So ist die TU München (TUM) in die Entwicklung chemischer Werkstoffe eingebunden, die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen im Bio-Modelling, also in der Nachahmung von Verfahren aus der Natur.

Mit dem Unternehmen Formrise, ebenfalls ein junges auf 3D-Verfahren spezialisiertes StartUp aus Töging und dem Spezialisten für Dosiertechnik ViscoTec aus der gleichen Stadt steht man in regem Austausch, in die Entwicklung eingebunden ist der Mechatronikspezialist Enders in Landshut. Zusammengeführt werden die unterschiedlichen Kompetenzen jedoch im ACEO-Team in Burghausen.

Mit dem Einstieg in die 3D-Technologie ist für das ACEO-Team der Schritt in ein weites Feld der Entfaltung unternommen: Soft- und Hardware gilt es weiter zu entwickeln, dafür bringt die neue Technologie Zugang zu bisher nicht belieferten Kunden, öffnet dem Werkstoff Silicon-Elastomere weiteres Markt-Potenzial. Und auch dieser Stoff hat es in sich: Das Einsatzspektrum moderner und nun in 3D-Verfahren formbarer Silicon-Elastomere reicht von moderner Sensortechnik und integrierten Schaltkreisen in der Industrie und in Automobilen über Isolierungen in Energiespeichern und Elektromotoren, von neuer Oberflächenveredelung in IT- und Lichttechnik bis hin zu Medizintechnik und Lifestyle-Produkten wie „intelligenter“ Kleidung.

Weitere Details: www.aceo3d.com

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